Energetische Kurzanalyse

"Ich bin dabei!", war die Aufforderung an die Gebäudeeigentümer und Energieberater gleichermaßen, an dem Projekt teilzunehmen. (© SZ-Designs - AdobeStock__68495455.jpeg)

In 464 Gebäuden konnte eine energetische Kurzanalyse, die Tiefenerhebung, vor Ort durchgeführt werden. Sie dient dazu, den gemessenen Energieverbrauch von Brennstoff/Fernwärme und elektrischer Energie zu erheben, Parameter der tatsächlichen Nutzung festzustellen und Kennwerte der energetischen Beschaffenheit des Gebäudes zu ermitteln. Daraus ergibt sich, mit einer vereinfachten Berechnungsmethode modelliert, der Energiebedarf und die Möglichkeit diesen mit dem gemessenen Verbrauch abzugleichen.

Ziele der Tiefenerhebung
  • Erfassung des Energieverbrauchs (Brennstoff/Fernwärme und elektrische Energie) von Nichtwohngebäuden aller Kategorien
  • Feststellung der momentanen Parameter der Nutzung, wie z.B. Raumtemperaturen, Nutzungszeiten, interne Wärmequellen
  • Erfassung von Merkmalen der energetischen Beschaffenheit von Gebäudehülle und gebäudetechnischen Anlagen
  • standardisierte und vereinfachte Berechnung des Energiebedarfs und Abgleich mit dem Verbrauch

 

 

Aufgaben in der Tiefenerhebung
Deckblatt des standardisierten Kurzberichts zur Gebäudeanalyse in der Tiefenerhebung, der als kleines Dankeschön an die Gebäudeeigentümer übergeben wurde. (© IWU)

Die Erhebung von Verbrauchsdaten gestaltet sich im Detail manchmal schwierig. Die Zuordnung von Zähleinrichtungen zu Gebäuden ist nicht selten unklar und die notwendigen Bereinigungen erfordern zusätzliche Daten. Deshalb wollten wir diese Daten vor Ort erfassen lassen, im Gespräch von Energieexperte und Ansprechpartner im Gebäude.

Nutzungsparameter konnten bei der einmaligen Begehung nur als Momentanwerte erfasst werden. So kann die Raumtemperatur zwar nur zum Zeitpunkt der Begehung gemessen werden, das allerdings in 3 bis 5 Nutzungszonen. Aber das ist schon ein wertvoller Hinweis auf Nutzungsgewohnheiten im konkreten Gebäude. Die Nutzungszeiten, die internen Wärmequellen, der Warmwasserbedarf, alle diese Nutzerparameter beeinflussen Berechnungen teilweise sehr stark. Mit diesen Realdaten aus bis zu 1.000 Gebäuden lassen sich Bedarfsberechnungen deutlich verbessern in Vergleich zu Berechnungen, die nur mit Standardparametern durchgeführt werden können.

Die energetische Beschaffenheit der Gebäudehülle und der Anlagentechnik in kurzer Zeit einzuschätzen, erfordert neben der Unterstützung der Auskunftsperson vor Ort viel Erfahrung auf seiten des Energieberaters. Deshalb suchen wir für Nichtwohngebäude aller Kategorien qualifizierteund erfahrene Fachleute.

Die Dauer einer Tiefenanalyse wurde auf durchschnittlich 3 Stunden angelegt. Es bedarf eines hohen Maßes an Erfahrung, um die energetischen Merkmale in dieser Zeit strukturiert erfassen zu können.Die Pilotphase hat gezeigt, dass das funktioniert.

Hilfreich ist dabei das straff standardisierte Erhebungstool VSA 2.0, das am IWU entwickelt wurde und zum Download zur Verfügung steht. Es leitet zu einer gut strukturierten Datenerhebung an, mit der vereinfachte Bedarfsberechnugen, z.B. mit dem TEK-Tool des IWU, durchgeführt werden können. Manche Nichtwohngebäude sind zwar sehr komplex, viele aber auch einfach strukturiert, so dass die Energieberater in der Pilotphase im Mittel mit dem Zeitbudget auskamen.

Die Befragung stellt auch hohe Anforderungen an die Motivation der Eigentümer, um die Qualität der Befragungsergebnisse sicherzustellen. Als kleines Dankeschön für die aufgewendete Zeit und Mühe erhielten die Eigentümer das Ergebnis der Datenaufnahme als Kurzbericht (siehe nebenstehende Abbildung) zu den wichtigsten energtischen Merkmalen mit einer Bewertung des Ist-Zustands.

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Stand nach Abschluß der Erhebungen:

(16.09.2020)

Gescreente
Hausumringe:
99.923

Gescreente
Bebauungssituationen:
89.796

Breitenerhebungs-
relevante Gebäude:
42.358

auswertbare
Interviews:
  5.630

auswertbare
Tiefenerhebungen:
      464